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Kunststofftechnologe

Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik wird diese Berufsgruppe in Deutschland bezeichnet.

Tätigkeitsbeschreibung

Die moderne Kunststoffverarbeitung hat sich in den letzten Jahren auffallend dynamisch weiterentwickelt. Das zeichnet sich anhand der Maschinen, Werkstoffen und Werkzeugen aus. Die Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik bereiten die Rohmassen bzw. Rohstoffe von Kunststoffen für die Weiterverarbeitung auf. Das können Granulate aber auch flüssige Massen sein, die sie in die Einfülleinrichtungen füllen. Halbzeuge werden für die Verarbeitung entsprechend in Werkzeuge gelegt bzw. gespannt. Sie fertigen aus Kautschuk, aus Faserverbundwerkstoffen oder polymeren Kunststoffen sowie aus Kunststoffhalbzeugen, Bauteile sowie Formteile an. Sie sind in der Lage die High-Tech-Anlagen entsprechend den Produktions- und Herstellungsprozessen zu programmieren, zu bedienen und auch zu warten.

Gummi- und Kunststoffauskleider, Kunststoff-Formgeber sowie Kunststoffschlosser wurden die Berufe bis zum Jahr 1997 in Deutschland genannt.

Seit 1997 wurde wurden diese Berufsbezeichnungen in Deutschland durch den Begriff Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik ersetzt.

Dabei hat Deutschland in dieser Industrie folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Mehrschicht-Kautschukteile
  • Halbzeuge
  • Kunststofffenster
  • Formteile
  • Faserverbundwerkstoffe

Seit 2010 wird in Deutschland die Ausbildungsordnung wieder angepasst und modernisiert. Ende dieses Jahr (2011) soll lt. Plan diese Modernisierung abgeschlossen sein. Wir sind gespannt, was sich dann geändert hat.

Kunststofftechniker/in lautet der Begriff dieses Berufes in Österreich.

In Österreich gibt es als zweite Kompetenz noch den Beruf des Kunststoffformgeber/in. Bei dem Kunststoffformgeber liegt die Kompetenz des Schwerpunktes mehr in der Kunststoffbearbeitung. Der Kunststofftechniker ist in seiner Fachkompetenz durch die längere und intensivere Ausbildung höher gestellt. Er ist vor allem in der Anlagensteuerung und des Produktmanagements versiert.

© Jeanette Dietl - Fotolia.com © Jeanette Dietl - Fotolia.com

Checkliste:

Folgende Auswahl möglicher Fähigkeiten/ Fertigkeiten / Kenntnisse / Berufserfahrungen betreffen diese Berufsgruppen:

  • Bearbeiten von Thermoformen und Halbzeugen
  • Herstellen von Verbundteilen
  • Herstellen von Flächengebilden
  • Spitzgießen und Pressen
  • Extrudieren

 

Besonderheiten für die Schweiz:

Im Grunde gibt es keine großen Unterschiede in den Kompetenzen, Fertigkeiten und Berufserfahrungen zwischen den Tätigkeiten dieses Berufes in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Kunststofftechnologin/ Kunststofftechnologe EFZ(Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, vier Jahre Ausbildung) wird diese Berufstätigkeit in der Schweiz genannt. Es gibt in der Schweiz auch noch die Berufsbezeichnung des Kunststoffverarbeiter EBA . Der Kunststoffverarbeiter hat eine Ausbildungszeit von zwei Jahren und erhält als Abschluss das EBA (Eidgenössisches Berufsattest). Somit steht bei einem Kunststoffverarbeiter nur die Bearbeitung des Kunststoffes nach Anweisung im Vordergrund.

Der Kunststofftechnolge/in wird in der Fertigungstechnik in fünf Schwerpunkte eingeteilt:

1. Bearbeiten von Thermoformen und Halbzeugen
2. Herstellen von Verbundteilen
3. Herstellen von Flächengebilden
4. Spitzgießen und Pressen
5. Extrudieren

 1. Bearbeiten von Halbzeug/Thermoformen

Halbzeug:
Durch thermisches Fügen und Biegen und durch das mechanische Bearbeiten wie Fräsen, Bohren und das Drehen aus Profilen, Rohren, Platten, usw. sowie mittels verschiedenartigen Schweißverfahren entstehen Bauteile für die weitere Montage.  Dadurch können Fachleute Anlagen und Komponenten für den Apparate- und Maschinenbau aber auch für die chemische Industrie fertigen.
Thermoformen:
Die thermische Verformung von Folien und Plattenmaterialien zu dreidimensionalen Formteilen wird in der Fachsprache Thermoformen genannt. Daraus werden z.B. Verschalungen, Lager- und Transportschalen oder Gehäuse hergestellt. Folien haben meist in der Lebensindustrie ihre Verwendung. (Verpackungen für Getränke, Jogurt, Blister-Packungen usw.)

 2.Herstellen von Verbundteilen

Bei dieser Herstellung wird das Handlaminieren, Faserspritzen und Injektionsverfahren angewendet. So kann man Mittel- und Großteile herstellen. Z.B. Zugsfronten, LKW-Spoiler, spezielle Wannen usw.

 3. Herstellen von Flächengebilden

Bei diesem Verfahren werden Folien oder Trägerbahnen durch Streichen, Kalandrieren und Beschichten hergestellt.

Kalandrieren ist der Fachbegriff für das Auswalzen thermoplastischer Massen zwischen mehreren Walzen. Daraus entstehen endlose Bänder, die dann weiterverarbeitet werden.

Das Verfahren des Streichens verwendet man bei Trägerbahnen wie Gewebe. Diese werden mit Kunststoffmassen eingestrichen.

 4.   Pressen und Spritzgießen

Bei dem Verfahren des Pressens wird das Kunststoffmaterial unter Druck, Zeit und hoher Temperatur im Werkzeug zurecht geformt und ausgehärtet.

Bei dem Verfahren des Spritzgusses werden große Serien in hoher Qualität und Maßgenauigkeit hergestellt. Dieses Verfahren wird am meisten angewendet.

 5.   Extrudieren

Ein sehr kontinuierliches Fertigungsverfahren ist das Extrudieren. Aus einer plastischen Kunststoffmasse wird mittels einem Werkzeug, welches vor eine Schnecke montiert wird, eine Endlosform hergestellt. So können z.B. Glasfaserkabel ummantelt werden, oder Dichtungsprofile für Kunststoffenster produziert werden. Selbst unsere Kleidungstextilien bestehen teilweise aus „extrudierten“ Kunststoffen.